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	<description>Die Content-Redaktion</description>
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		<title>Gedanken eines Hampelmanns</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Aug 2012 11:23:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Nill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Oder weshalb ich das Degen-Bargespräch trotzdem publiziert habe. Wir trafen die Zwillinge David und Philipp Degen zum Bargespräch. Es verlief locker, inhaltlich sagten sie nichts Besonderes. Dennoch erlaubte David Degen die Veröffentlichung nicht. Weil ihm das Gespräch nicht gefiel. Journalisten sind allerdings nicht für das Image ihrer prominenten Gesprächspartner verantwortlich. Von Christian Nill. Nachdem ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong><a href="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2012/08/degen-gegen-journalist-01.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-916" title="degen gegen presse" src="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2012/08/degen-gegen-journalist-01-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a></strong></h1>
<p><strong><br />
</strong></p>
<h2><strong><a href="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2012/08/degen-gegen-journalist-01.jpg"></a>Oder weshalb ich das Degen-Bargespräch trotzdem publiziert habe.</strong></h2>
<p><strong>Wir trafen die Zwillinge David und Philipp Degen zum Bargespräch. Es verlief locker, inhaltlich sagten sie nichts Besonderes. Dennoch erlaubte David Degen die Veröffentlichung nicht. Weil ihm das Gespräch nicht gefiel. Journalisten sind allerdings nicht für das Image ihrer prominenten Gesprächspartner verantwortlich.</strong></p>
<p>Von Christian Nill.</p>
<p>Nachdem ich das <a title="Lauter Fragen an der Bar mit den Degen-Zwillingen" href="http://bar-storys.ch/lauter-fragen-an-der-bar-mit-den-degen-zwillingen/">Bargespräch mit den Degen-Zwillingen</a> veröffentlicht hatte (und zwar zum im Vorfeld definierten Termin auf den 1. August hin), dauerte es zwei Tage bis die Protestlawine auf mich einprasselte. Mein Handy klingelte fast ununterbrochen. Ich konnte allerdings nicht ran, da ich in einer Sitzung war. Dann riefen ein Spielerberater (nett) und ein Geschäftspartner der Degens (ebenfalls nett) an. Später führte ich ein halbstündiges Telefongespräch mit David Degen. Schliesslich erhielt ich ein Mail vom Anwalt der Degens mit ultimativer Aufforderung, das Gespräch sofort vom Netz zu nehmen und so weiter.</p>
<p><span id="more-915"></span></p>
<p>Und ich erhielt ein Mail von Herrn Dr. Bernhard Heusler, seines Zeichens Präsident des verdienstvollen FC Basel 1893. Auch in dessen Mail ging es um die ultimative Forderung, das Bargespräch umgehend vom Netz zu nehmen. Ausserdem wurde ich aufgefordert, eine Erklärung abzugeben, das Gespräch in Zukunft in keiner Weise mehr zu veröffentlichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Begonnen hatte es einige Tage zuvor. </strong></h2>
<p>Mein Ärger war gross, als Fussballprofi David Degen (FC Basel) mein mehrseitiges Gespräch nicht zur Veröffentlichung freigab. Er schrieb per Mail, es sei das schlechteste Interview, das er je gelesen habe. Diese Meinung sei den Degen-Zwillingen unbenommen: Jedermann darf vom Text <em>Ein Drink an der Bar mit den Degen-Zwillingen</em> halten, was er will.</p>
<p>Aufgrund von David Degens unpräziser, pauschaler Äusserung fragte ich nach, was er konkret geändert haben möchte. In seinem zweiten Mail äusserte er sich dahingehend, dass das komplette Gespräch völlig umgeschrieben werden müsse. Er erwarte ein interessantes Gespräch zu verschiedenen Themen. Ob das Bargespräch interessant war oder nicht, sollen allerdings die Leser entscheiden. Und selbstredend wurden verschiedene Themen behandelt.</p>
<p>Ich schrieb eine zweite Version, diesmal fokussierter auf die eigentlichen Inhalte und mit viel weniger Ping-Pong-Schlagabtäuschen der Zwillinge. Wieder kam ein <em>absolutes</em> Nein. David Degen schrieb, der Text müsse komplett umgeschrieben werden, auch in den Satzstellungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Befürchtete Image-Schädigung des FC Basels</strong></h2>
<p>Mit Verlaub: Wir Journalisten erfinden im Normalfall keine Interviews (es gibt unrühmliche Ausnahmen, gewiss), und die blosse Änderung der Satzstellung ändert bekanntlich nichts am Inhalt des Gesagten.</p>
<p>Danach erhielt ich auch noch ein Mail von der Medienstelle des FC Basels, in dem imageschädigende Auswirkungen für die Gebrüder Degen und den gesamten FC Basel bei Veröffentlichung des Gesprächs befürchtet wurden. Es wurde untersagt, dass Gespräch zu veröffentlichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Ein hochoffizielles Gespräch zwischen Journalist und Fussballprofi</strong></h2>
<p>Das geht einfach nicht: Ein Gespräch, das abgemacht und vereinbart war, bei dem ein Gesprächsthema schon im Vorfeld definiert wurde (das neue Businessprojekt der Degens namens Cresqo), das in einem öffentlichen Lokal stattgefunden hat, das vom Profifotografen  Mischa Scherrer festgehalten und von mir offiziell auf Tonträger aufgezeichnet wurde und bei dem sich die prominenten und mediengewandten Degen-Brüder mitunter auch auf ihre Professionalität berufen – so ein Gespräch darf nicht einfach nach Belieben zurückgezogen werden können. Bloss weil den Degens der Inhalt nicht passte; bloss weil sie zu spät realisierten, wie sie sich in der Öffentlichkeit präsentierten und weil sie nicht das Image von ihnen transportiert sahen, das sie gerne vermitteln würden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>David Degen sagte, er wisse genau, was er sagen müsse.</strong></h2>
<p>Bei allem Respekt: Journalisten sind keine Werber. Und ich bin nicht der Hampelmann der Gebrüder Degen. Wenn diese sich ein anderes/besseres Image in der Öffentlichkeit zulegen wollen, dann sind sie frei, eine Werbeagentur damit zu beauftragen.</p>
<p>Aber eine Stunde lang mit einem Journalisten plaudern, dabei fotografiert werden und später realisieren, oh hoppla, das wird ja veröffentlicht: Das geht nicht. David Degen hat mehrmals betont, auch im Nachhinein, dass er seit 13 Jahren ein Vollprofi sei, dass er genau wisse, was er sagen müsse, dass er schon sehr vielen Journalisten gegenüber gesessen sei und so fort. Gut so. Dann hätte er ja auch wissen müssen, dass ein Journalist ein Gespräch, das einzig aus dem Grund stattfand, veröffentlicht zu werden und das digital aufgezeichnet wurde, schliesslich auch tatsächlich veröffentlichen wird.</p>
<p>Und zwar in der Form und mit den inhaltlichen Schwerpunkten, für die sich der Journalist entscheidet. Das gehört zur Pressefreiheit. Ironischerweise betonten beide Degen-Brüder während des Bargesprächs, wie gut das Gespräch sei, dass ich die richtigen Fragen stellen würde und dass das ganze hochstehend sei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Wir sind Journalisten – und keine Handlanger prominenter Selbstvermarktung.</strong></h2>
<p>Grundsätzlich gilt in der Schweiz die Regel (es ist kein Gesetz), dass die interviewte Person das Recht an ihren Zitaten hat (diese Regel gibt es beispielsweise in Amerika nicht; da hätte ich dieses Gespräch problemlos veröffentlichen können). Daraus folgt das gewährte Recht, die eigenen Aussagen gegenzulesen. Dabei geht es darum, die Fakten zu checken, Missverständnisse zu beseitigen (im Fall das Gespräch nur schriftlich notiert wurde), allenfalls im kosmetischen Bereich sprachlich etwas zu korrigieren. Es ist ein Missverständnis und eine grassierende Unsitte, dass Gespräche im Nachhinein von den Gesprächspartnern nach belieben umformuliert, geändert oder ergänzt werden. Immer mit der Drohkeule in der Hand: Journalist, mach was man dir sagt oder das Gesagte wird zurückgezogen.</p>
<p>Das Recht am eigenen Zitat darf nicht bedeuten, dass man ein Vetorecht hat und alles Missliebige von vornherein aus dem Verkehr ziehen kann. Wir sind Journalisten, keine Handlanger und Erfüllungsgehilfen für die Selbstvermarktungs-Strategien öffentlich bekannter Persönlichkeiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Unsere Hauptregel lautet: Gesagt ist gesagt.</strong></h2>
<p>Anfügen möchte ich, dass ich mich bis dato immer und uneingeschränkt an das Recht am eigenen Wort unserer Gesprächspartner hielt. Auch wenn ich bei weitem nicht immer damit einverstanden war, wenn im Nachhinein das Gesagte abgeschwächt, gelöscht oder umformuliert wurde.</p>
<p>Für mich ist klar: Personen des öffentlichen Lebens, wie es die Degen-Brüder sind, müssen sich als prominente Zeitgenossen mehr gefallen lassen als der gemeine Durchschnittsbürger. Die Degens wussten haargenau, worauf sie sich eingelassen haben. Im Bargespräch mit ihnen stand nichts Verletzendes oder Kompromittierendes, es wurden keinerlei Geheimnisse oder Internas ausgeplaudert. Umso unverständlicher für mich und für viele, die das Gespräch gelesen haben, dass die beiden 29-jährigen Zwillingsbrüder die Gelassenheit nicht haben, ein harmloses Gespräch zu autorisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>FC Basel versus FC Bar-Storys.ch: Nun muss unser Anwalt ran.</strong></h2>
<p>Mein Anwalt, den ich einschalten musste aufgrund der anwaltlichen Reaktion von der Degen-Seite, sieht die Situation ähnlich wie ich und formulierte diese Sichtweise an den Anwalt der Degen-Brüder u.a. wie folgt:</p>
<p><em>«Tatsache ist, dass die Gebrüder Degen als Medienprofis genau wussten, worauf sie sich einliessen. Aufgrund der vorgängigen Vereinbarung über die Art der Gesprächsführung und dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Aussagen auf Band aufgezeichnet würden, musste ihnen klar gewesen sein, dass die Aussagen, die im Verlaufe des Gesprächs gemacht wurden, nicht privater Natur, sondern für die Öffentlichkeit bestimmt waren.</em></p>
<p><em>Usus ist auch, dass trotz vereinbarter Autorisierung durch die Interviewten <span style="text-decoration: underline;">keine Korrekturen</span> angebracht werden können, <span style="text-decoration: underline;">die völlig vom geführten Gespräch abweichen</span>. Inhalte können nicht einfach gestrichen oder neu erfunden werden. Eine übermässige Anpassung des tatsächlich geführten Gesprächs im Sinne einer vollkommenen Neuformulierung wäre eine Verzerrung der Tatsachen und vor den Leserinnen und Lesern nicht zu verantworten.</em></p>
<p><em>Die Öffentlichkeit hat das Recht zu erfahren, wie die prominenten Fussballer wirklich sind, weshalb das publizierte Interview als authentische Widergabe des effektiv Gesagten in unveränderter Form zu publizieren wäre.»</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Rückzug – und eine Niederlage für die journalistische Unabhängigkeit</strong></h2>
<p>Ich habe mich schliesslich dennoch entschieden, das Gespräch von unserer Plattform Bar-Storys.ch zurückzuziehen und habe unsere Content-Partner entsprechend angewiesen, es mir gleich zu tun. Ich bedauere dies sehr, denn auf diese Weise laufen wir Journalisten Gefahr, zu Marionetten von wie auch immer gelagerten prominenten Befindlichkeiten zu werden. Dabei geht die journalistische Unabhängigkeit natürlich verloren. Das kanns nicht sein. Trotz der aus unserer Sicht völlig klaren Sachlage, habe ich nicht die finanziellen Mittel, um es auf eine richterliche Entscheidung ankommen zu lassen. Auch wenn ich zutiefst davon überzeugt bin, keinerlei Persönlichkeitsrechte verletzt zu haben.</p>
<p>In dieser Sache steht m.E. das Recht am eigenen Wort in krassem Konflikt mit der Pressefreiheit. Und die Pressefreiheit verliert diesen Match. Schade.</p>
<p>Christian Nill, 9. August 2012</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote>
<h1><strong>Links zu Reaktionen: </strong></h1>
<ul>
<li>Der Presseverein hat die Story als erstes aufgegriffen: <a href="http://www.presseverein.ch/2012/08/degen-zwillinge-vs-bar-storys-ch">http://www.presseverein.ch/2012/08/degen-zwillinge-vs-bar-storys-ch</a></li>
<li>Später legte u.a. das Fussball-Onlinemagazin Kurzpass.ch nach: <a href="http://www.kurzpass.ch/Fehlpass/Rund-um-den-Fussball/absolut-degen.html#.UCETpCgudwJ.facebook">http://www.kurzpass.ch/Fehlpass/Rund-um-den-Fussball/absolut-degen.html#.UCETpCgudwJ.facebook</a></li>
<li>Diverse Reaktionen (u.a. Facebook-Kommentare, Kurzbericht im Der Sonntag, Interview auf Radio1) gesammelt auf unserer Facebook-Seite von Bar-Storys.ch: <a href="http://www.facebook.com/BarStorys">http://www.facebook.com/BarStorys</a></li>
<li>Lesermeinungen auf Bar-Storys.ch, siehe Artikel-Ende: <a href="http://bar-storys.ch/ein-drink-an-der-bar-mit-den-degen-zwillingen">http://bar-storys.ch/ein-drink-an-der-bar-mit-den-degen-zwillingen</a></li>
</ul>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wenn die Sprache nicht stimmt&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 12:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Nill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[autokorrektur]]></category>
		<category><![CDATA[freie meinungsäusserung]]></category>
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		<category><![CDATA[sprachlich]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Christian Nill, Januar 2012 Konfuzius sagte: &#8220;Wenn die Sprache nicht stimmt, dann ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist. So kommen keine guten Werke zustande.&#8221; Täuscht der Eindruck, oder wird die Sprache mehr und mehr zu einer Art postmodernem Jekami? Ganz nach dem Motto anything goes&#8230; Demokratisierung der Sprache, nachdem auch das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Christian Nill, Januar 2012</em></p>
<p>Konfuzius sagte: &#8220;Wenn die Sprache nicht stimmt, dann ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist. So kommen keine guten Werke zustande.&#8221;</p>
<p>Täuscht der Eindruck, oder wird die Sprache mehr und mehr zu einer Art postmodernem Jekami? Ganz nach dem Motto a<em>nything goes</em>&#8230; Demokratisierung der Sprache, nachdem auch das Wissen (dank Wikipedia) und die Macht (dank Social Media) demokratisiert wurden? Darf man einfach schreiben wie man will? Die Rede ist hier von der Form, nicht vom Inhalt. Denn es gilt die freie Meinungsäusserung, ein jeder sage, was im beliebt.<br />
Aber betrifft das auch die Form? Gerade im Bereich Corporate Publishing ist es besonders wichtig, Form und Inhalt zur perfekten Übereinstimmung zu bringen. Das geht nur, wenn die Sprache intelligent gebraucht wird.</p>
<p><strong>Die gekreuzigte Jungfrau</strong></p>
<p><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;">Wenn eine grosse Boulevard-Zeitung* schreibt &#8220;Künstler kreuzigt die Jungfrau&#8221; (gemeint ist der Berg, dessen Spitze ein Künstler mit einem Schweizer Kreuz aus buntem Licht versehen hat), dann mag das vielleicht originell sein, weil reisserisch. Es ist aber auch schlicht doof, weil kreuzfalsch. Die Kreuzigung war eine Todesstrafe bei den alten Römern. Wir kennen diese Todesfolter aus der Geschichte von Jesus im Neuen Testament. Was die Boulevard-Zeitung meint, ist eher ein &#8220;bekreuzigen&#8221;. Aber das klingt halt nicht so aggressiv-brutal, wie wenn eine Jungfrau, sinnbildlich, ans Kreuz geschlagen wird.</span></p>
<p><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;"><span id="more-775"></span></span><strong>Sprachliche Entgleisung</strong></p>
<p>Der Journalist, der diese sprachliche Entgleisung zu verantworten hat, gewichtete offenbar die – vermeintliche – Originalität höher, als den sprachlich korrekten Terminus. Das ist lediglich ein winziges Beispiel, das für einen unangenehmen Grosstrend zu stehen scheint: Wer kann heute noch korrekt schreiben? Die Word-Autokorrektur schlägt für <em>naheliegenderweise</em> &#8220;naheliegend erweise&#8221;, &#8220;naheliegender weise&#8221; oder gar “naheliegend Erweise“ vor. Was um Himmels Willen ist denn ein/eine “Erweise“?</p>
<p>Studiert man Facebook und Forumsbeiträge, aber bedauerlicherweise auch zahlreiche PR-Mitteilungen und hin und wieder sogar Pressepublikationen, dann scheint fast niemand mehr imstande zu sein, zusammenhängende Begriffe auch zusammengehängt zu schreiben, wie bspw. Bankdirektor (und nicht &#8220;Bank Direktor&#8221;), Online-Werbung (nicht &#8220;Online Werbung&#8221;) oder Hotel-Wellnessanlage (und nicht &#8220;Hotel Wellness Anlage&#8221;). Die Word-Autokorrektur kennt diese zusammenhängende Schreibweise nicht; deshalb scheint es heute praktisch unmöglich zu sein, eine korrekte Pressemitteilung zu erhalten. Sondern nur noch “Presse Mitteilungen“.</p>
<p><strong>Bitte ein paar Kebapler, aber mit scharf</strong></p>
<p>Halbfertige Englischkenntnisse tragen das ihre dazu bei, dass immer öfter auch die deutsche Grammatik der englischen untergeordnet wird. Beispiel gefällig? Korrekt heisst es <em>die Partys</em>, <em>die Babys</em> oder <em>die Storys</em> und nicht etwa “die Parties“, “die Babies“ oder “die Stories“ – es gilt die deutsche Rechtschreiberegelung. Und nicht etwa diejenige der Fremdsprache, wie viele Neunmalkluge meinen. Oder wie würde man denn dann den Plural von Kebap schreiben? Die Kebapler, wie es auf Türkisch richtig wäre?<br />
Nein, es heisst die Kebaps, meinetwegen sogar “mit scharf“, man ist ja tolerant. Denn bei der Pluralbindung von eingedeutschten Begriffen wird normalerweise schlicht ein Plural-S angehängt.</p>
<p><strong>100 Prozent aller Frauen sind Frauen</strong></p>
<p>Die sogenannte Gender-Schreibweise hat dazugeführt, dass heute – aus politischer Korrektheit – eine Grosszahl von Texten vor lauter Redundanz (&#8220;Leserinnen und Leser&#8221;, &#8220;Kundinnen und Kunden&#8221; etc.) und komplizierter Personalpronomenverwendung (&#8220;er/sie&#8221;, &#8220;ihre/seine&#8221; etc.) unleserlich, unverständlich und unfokussiert sind. Dabei braucht die deutsche Sprache einen allgemeinen Begriff, der sich jeweils auf eine bestimmte Gruppierung von Personen bezieht. Denn der Satz &#8220;30 % aller Gamerinnen und Gamer sind weiblich&#8221; macht schlicht keinen Sinn, wie korrekt man auch immer sein möchte.</p>
<p>Die Gender-Schreibweise hat ausserdem zu absurden Kreationen geführt wie der Folgenden: &#8220;Zwei Bistrotischchen sind Trägerinnen des ersten <em>Gohts-no-Preises</em> der Zürcher FDP.&#8221; Diese realsatirische Formulierung stand vor einiger Zeit im Zürcher Tages-Anzeiger. Abgesehen davon, dass es &#8220;das Tischchen&#8221; heisst, und somit nicht weiblich, sondern sächlich ist, grenzt es doch an komplett dadaistischen Nonsense, aus einem Bistrotischchen eine Preisträgerin zu machen.</p>
<p><strong>Die Sache mit den Pronomen</strong></p>
<p>Bei so viel Gender-Bewusstsein ist es nicht weiter verwunderlich, dass die korrekte Benennung von Personal- oder Possessivpronomen immer mehr Menschen Mühe bereitet – auch solchen, die sich hauptberuflich auch mit Sprache beschäftigen, wie zum Beispiel Radio- und TV-Moderatoren. Radio DRS lässt verlauten, dass &#8220;das mutmassliche Opfer an IHREN Aussagen&#8221; festhalte (richtig wäre: Das mutmassliche Opfer hält an SEINEN Aussagen fest. Ausser man geht davon aus, dass Opfer per se weiblich seien&#8230;), auf Tele Top sagt der VJ: &#8220;Wenn e Person all SINI Sache würd im Zimmer lagere&#8230;&#8221; (korrekt wäre: &#8220;Wenn e Person all IHRI Sache&#8230;&#8221;) oder im Tagi steht: &#8220;Wie eine Person SEINE Sexualität gestaltet&#8230;&#8221; (natürlich müsste es heissen: Wie eine Person IHRE Sexualität gestaltet. Aber hier ging der Sexus offenbar flöten.). Diese Beispielkette lässt sich beliebig verlängern.</p>
<p>Noch ein Beispiel für Irrungen und Wirrungen im Umgang mit der Sprache. Schrieb kürzlich in einem Blog eine Autorin, die sich ganz und gar der Gender-Thematik verschrieben hat, folgendes: &#8220;Ich glaube keineswegs, dass Frauen die besseren Gynäkologinnen sind.&#8221; Tja, was dann? Sind Männer etwa die besseren Gynäkologinnen?</p>
<p><strong>Keine Willkürlichkeit in den Worten</strong></p>
<p>Auch in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens (auch mal bekannt als SF DRS) lässt man sich zu solcherlei angeblich geschlechterkorrekten Sprachkreationen verleiten: &#8220;Die Post bekommt die erste weibliche Chefin.&#8221; Bislang waren also ausschliesslich männliche Chefinnen am Ruder. Oder ohne Sarkasmus: Man kann es auch übertreiben. Sprechen wir doch einfach von Menschen.</p>
<p>Die Verwirrung im korrekten Umgang mit der Sprache ist heute gross. Warum sollte man auch noch selber denken, wenn es Computer- und Smartphone-Autokorrekturen sowie zahlreiche &#8220;Vorbilder&#8221; in Medien und Wirtschaft gibt, die vor lauter Korrekt-sein-Wollen vergessen haben, dass die Sprache zwar Allgemeingut ist, aber dennoch mit Respekt behandelt werden sollte? Sprache ist definitiv kein Jekami.</p>
<p>Das wusste auch Konfuzius. Sein Zitat endet so: &#8220;Wenn das, was gesagt wird, nicht das ist, was gemeint, ist, dann kommen keine guten Werke zustande. (&#8230;) Also dulde man keine Willkürlichkeit in den Worten. Das ist es, worauf es ankommt.&#8221;</p>
<p><em> (chn, 3.1.2012)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Gefällt Ihnen der Text? Dann folgen Sie uns doch auf Twitter: </em><a href="https://twitter.com/#!/StorylineZurich" target="_blank"><em>twitter.com/#!/StorylineZurich</em></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>* http://www.blick.ch/news/schweiz/bern/kuenstler-kreuzigt-die-jungfrau-190983</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein abgekürzter Drink an der Bar mit Bligg</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 16:18:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Nill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Big Bligg hat die Nase vorn. Was der Musiker Bligg in der Schweiz geschafft hat, gelang zuvor noch keinem: Mit seinem Album «0816» holte er vier Mal und mit dem Nachfolger «Bart aber Herzlich» bis anhin drei Mal Platin. Jetzt ist mit «Brass aber Herzlich» eine Platinedition erschienen – Bliggs teuerstes Album überhaupt. Marco Bliggensdorfer, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong><a href="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/11/Hauptbild_147997-Kopie-21.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-754" title="Marco Bliggensdorfer; bligg" src="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/11/Hauptbild_147997-Kopie-21-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></strong></h1>
<h1><strong><br />
Big Bligg hat die Nase vorn.</strong></h1>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Was der Musiker Bligg in der Schweiz geschafft hat, gelang zuvor noch keinem: Mit seinem Album «0816» holte er vier Mal und mit dem Nachfolger «Bart aber Herzlich» bis anhin drei Mal Platin. Jetzt ist mit «Brass aber Herzlich» eine Platinedition erschienen – Bliggs teuerstes Album überhaupt. Marco Bliggensdorfer, wie Bligg richtig heisst, ist dennoch auf dem Boden geblieben – und interessiert sich heute für Dinge wie Immobilien oder seine eigene Firma. Ein Gespräch mit einem sympathischen Zeitgenossen über Rock’n’Roll – und Gott.</strong></p>
<p>Von Christian Nill (Text) und Mischa Scherrer (Fotos).</p>
<p><em>Bligg sitzt mit seinem Promotion-Manager von Universal Music auf dem Sofa in der Bar und hantiert an seinem Handy rum. Es ist später Nachmittag und Bligg hat einen eigentlichen Medienmarathon hinter sich. Das erste, was er zu Journalist und Fotograf bei der Begrüssung sagt, ist, dass er ziemlich müde sei und man nachsichtig sein müsse. Im Gespräch entpuppt er sich dann allerdings als sehr wach und gut gelaunt.</em></p>
<p>Christian Nill: Weshalb treffen wir uns gerade hier?</p>
<p>Bligg: Warum wir in diesem Lokal sind? Das müsstest Du meinen Promotion-Manager Fabian Frauenfelder fragen. Er hat die Promo-Tour zusammengestellt. Ich habe mich allerdings auch gefragt, wie man bei einem Künstler, der ein Album mit Namen «0816» hat, einen Termin abmachen in einer Bar, die «0815» heisst! <em>(lacht) </em></p>
<p>Nill: Na wenn schon Promo, dann die volle Ladung.</p>
<p>Bligg: Nein, es ist natürlich aus speditiven Gründen sehr praktisch gelegen. Nebenan ist direkt Radio Energy und wir konnten hier alles gut zusammenpacken.</p>
<p><span id="more-751"></span></p>
<p>Nill: Wenn ich mich recht erinnere, war schon das letzte Promo-Treffen von Bligg mit den Journalisten hier.</p>
<p>Bligg: Das ist richtig. Es hat letztes Mal gut geklappt – da fängt man doch nicht plötzlich was Neues an&#8230; <em>(lacht)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nill: Was trinken Sie?</p>
<p>Bligg: Einen frisch gepressten Orangensaft. Ich habe den ganzen Tag nur Kaffee und Mineralwasser getrunken, jetzt sollte ich wieder mal etwas für die Gesundheit tun. Ich bin etwas am Ende meiner Kräfte aufgrund des Medien-Marathons und erhoffe mir durch das Vitamin C ein bisschen Energie.</p>
<p><em>(Der Barkeeper von Bar-Storys.ch würde Bligg diesen Drink hier mixen: <a href="http://bar-storys.ch/manhattan-dry/" target="_blank">Manhattan Dry</a>. Prost)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Schon wieder mehr als 110&#8217;000 Alben verkauft! </strong></p>
<p>Nill: Sie haben nun mit «Bart aber Herzlich» bereits zum zweiten Mal mehrfach Platin erreicht und über 110&#8217;000 Alben verkauft. Herzlichen Glückwunsch.</p>
<p>Bligg: Danke.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nill: Als Zückerchen für Ihre Fans haben Sie «Bart aber Herzlich» als Spezialedition neu eingespielt: «Brass aber Herzlich» – mit einer Hiphop-Brass-Band. Wieso das?</p>
<p>Bligg: Ich muss kurz ausholen: Als es darum ging, einen Nachfolger für «0816» zu machen, wollte ich nicht einfach dessen Erfolgsrezept kopieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nill: Also dieser erfolgreiche Mix aus Pop, Hiphop und Volksmusik-Instrumenten.</p>
<p>Bligg: Man will ja auch innovativ bleiben. Daher entschieden wir uns, schon auf «Bart aber Herzlich» die traditionellen Elemente etwas zurückzunehmen und dafür drei Bläser – also Trompete, Saxofon und Posaune – hinzunehmen. Und jetzt, für die Platinedition «Brass aber Herzlich», war es naheliegend, die Blechinstrumente noch stärker zu <em>featuren</em>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nill: Also entstand die Idee, etwas nur mit Bläsern zu machen.</p>
<p>Bligg: Zuerst spielten wir auch mit dem Gedanken, etwas Orchestermässiges zu machen. Ich habe auch ein, zwei Testläufe mit meinen Songs gemacht. Aber irgendwann dachte ich, dass das heute ja fast jeder macht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nill: <span style="text-decoration: underline;">Sina</span> ((<em>VERLINKEN: </em><a href="http://bar-storys.ch/ein-drink-an-der-bar-mit-sina/"><em>http://bar-storys.ch/ein-drink-an-der-bar-mit-sina/</em></a>)) und Michael von der Heide machten es kürzlich in der Schweiz.</p>
<p>Bligg: Auch Sting machte es – einfach sehr viele Leute. Das fand ich nicht so innovativ. Also überlegten wir uns, wie wir das Songmaterial von «Bart aber Herzlich» am besten umsetzen könnten. Und nachdem wir die Idee mit der Guggenmusik und der eigens zusammengewürfelten Brass-Band wieder verworfen hatten, war klar: Es muss eine bestehende Brass-Band sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nill: Sie haben sich für die Youngblood Brass Band aus Madison in Wisconsin USA entschieden. Weshalb nahmen Sie nicht eine Blechkapelle aus dem Balkan? Dort haben Brass-Formationen Tradition und Sie hätten ihren Traditionsbezug beibehalten und gleichzeitig erweitern können.</p>
<p>Bligg: Es war ganz klar: Die Brass-Band muss einen Hiphop-Bezug haben. Diese Basis musste bleiben. Natürlich hatten wir uns erst in Deutschland und Österreich umgeschaut. Aber es war schnell klar, dass es eine amerikanische Truppe sein muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nill: Wieso?</p>
<p>Bligg: Die Ganze Story von «Bart aber Herzlich» begann in New York. Also hat sich jetzt der Kreis wieder geschlossen. Aber es stimmt: Es gibt eine Verwandtschaft zur traditionellen Musik aus dem Balkan. Mein Stück «Rosalie» wird von meinen Freunden aus dem Balkan regelrecht abgefeiert. Es heisst immer, Bligg würde in seiner Musik die Schweizer Volksmusik <em>featuren</em>. Das stimmt nur zum Teil: Ich arbeite mit Instrumenten wie Akkordeon und Hackbrett, die in vielen Regionen Europas traditionelle Instrumente sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nill: Und die Tradition des Hackbrett-Spiels ist in der europäischen Wandermusik gross und reicht bis in die Türkei.</p>
<p>Bligg: Genau. Und noch weiter! Als ich nach «0816» mal zwei Wochen Ferien machen wollte, um mich vom Stress zu erholen, ging ich nach Thailand in ein Hotelresort. Und was erwartet mich dort im Foyer?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nill: Stress?</p>
<p>Bligg: &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>© <a href="http://www.bar-storys.ch">www.storyline.ch</a>, 2011</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Was Bligg darauf antwortet, welche Restaurants er gerne besucht sowie viele weitere Bilder und Storys finden Sie jetzt auf <a href="http://bar-storys.ch/" target="_blank">Bar-Storys.ch</a>.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Essbarer Erfahrungsbericht à la Facebook</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 16:22:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Nill</dc:creator>
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		<description><![CDATA[«Das ist ein F***-Krachsalat, capito!» Oder ein heiteres Salateratespiel auf Facebook. Von Christian Nill. Zürich, Juli 2011 – Kürzlich auf Facebook: Es entspinnt sich ein blättriger Dialog zwischen zwei Facebookfreunden über einen Salat. Weitere Salat-affine Menschen werden hinzugezogen und geben ihre Meinung zum Besten. Erkenntnis: Traue keinem Salat, den du nicht selber gezogen hast. Protagonisten: Facebookfreundin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 26px; font-weight: bold;">«Das ist ein F***-Krachsalat, capito!»</span></p>
<p><span style="font-size: 15px; font-weight: bold;">Oder ein heiteres Salateratespiel auf Facebook.</span></p>
<p>Von Christian Nill.</p>
<p><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;">Zürich, Juli 2011 – <strong>Kürzlich auf Facebook: Es entspinnt sich ein blättriger Dialog zwischen zwei Facebookfreunden über einen Salat. Weitere Salat-affine Menschen werden hinzugezogen und geben ihre Meinung zum Besten. Erkenntnis: Traue keinem Salat, den du nicht selber gezogen hast.</strong></span></p>
<p>Protagonisten:</p>
<ul>
<li>Facebookfreundin A, nennen wir sie Zitta: mit grünem Daumen und haarigen Zähnen.</li>
<li>Facebookfreund B, oder Bruno: Er wüsste es gerne besser, klappt aber nicht immer.</li>
<li><strong>Rolf Hiltl</strong>, Inhaber Haus Hiltl</li>
<li><strong>Christian Frei</strong>, Mitinhaber Tibits</li>
<li><strong>Heiko Nieder</strong>, Chef Fine Dining Dolder Grand</li>
<li><strong>Daniel Marinello</strong>, Inhaber Marinello</li>
<li><strong>Seppi Kalberer</strong>, Chefkoch und Inhaber Schlüssel Mels</li>
<li><strong>Peter Walliser</strong>, Präsident Schweizer Kochverband</li>
<li><strong>Christian Nickel</strong>, Chefkoch Restaurant Spice im Rigiblick</li>
<li><strong>Lorenz Hug</strong>, Food&amp;Beverage-Manager, Mövenpick Hotel Zürich-Airport</li>
<li><strong>Gianni Segantini</strong>, Inhaber Segantini Catering und Restaurant Seidenspinner</li>
<li><strong>Thomas Hollenstein</strong>, Director Food&amp;Beverage Mövenpick Europe<span id="more-609"></span></li>
</ul>
<p>Salatbild des Anstosses:</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-616" title="Was für ein Salat" src="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/Was-für-ein-Salat-254x300.jpg" alt="" width="254" height="300" /></p>
<p><em>Was ist denn das nun für ein Salat?</em></p>
<p>Dieses Bild <em>postet</em> Zitta auf ihrer Profilseite. Und schreibt dazu stolz: «Die erste Krachsalat-Ernte, stilecht eingewickelt in eine taufrische Zeitung.» Bruno kommentiert: «Das ist doch kein Eisbergsalat (wie wir Schweizer dazu sagen würden).»</p>
<p>Zitta, ganz leicht irritiert: «Das ist ein Fucking-Krachsalat!» Bruno, nun auch leicht irritiert, denkt: Ups, da bin ich wohl jemandem auf den Schrebergartenschlips getreten. Und sagt: «Na, mag ja sein; ich ass bislang noch nie einen “<em>Fucking-Krachsalat</em>“. Ein <em>Eisbergsalat</em> – in Deutschland auch Krachsalat genannt – sieht hingegen eher so aus&#8230;»</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 15px; font-weight: bold;">Da hat man nun den Salat.</span></p>
<h3><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;"><a href="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/eisberg1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-615" title="eisberg1" src="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/eisberg1.jpg" alt="" width="279" height="281" /></a></span></h3>
<p><em>Kein Zweifel: Das ist ein Eisbergsalat. </em></p>
<p>Und Bruno <em>postet</em> das Bild eines frisch gegoogelten Eisbergsalats. Bei Zitta macht sich nun der Haarwuchs auf den Zähnen verstärkt bemerkbar. Sie denkt: Na warte, Bürschchen, Dir zeig ich, was ein Krachsalat ist. Und schreibt einen weiteren Kommentar unter ihr erstes Bild:</p>
<p>Zitta: «Wir sind hier aber nicht in Fucking-Germany und das ist ein Krachsalat, capito!» <em>Si</em>, Bruno versteht. Bruno begreift jetzt auch, dass man sich mit einer Hobbygärtnerin nicht anlegt. Im Zweifel hat die Hobbygärtnerin recht. Immer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 15px; font-weight: bold;">Batavia, Lollo, Endivien, Romana, Lattich&#8230;</span></p>
<p>Aber Bruno ist nicht nur ein Besseresser, sondern auch ein Besserwisser. Im Guten wie im Schlechten. Also will er es auch diesmal besser wissen. Er greift zu seinem Adressbüchlein und denkt: Mal sehen, wen wir fragen könnten. Aha, <strong>Rolf Hiltl</strong>, ein Halbvegetarier. Der sollte eigentlich Bescheid wissen. Bruno schreibt Hiltl ein Mail.</p>
<p><strong>Rolf Hiltl</strong> antwortet: «Hmmm&#8230; Wie wäre Batavia? Beste Grüsse und viel Glück!»</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/Ein-Batavia-Salat-2-130384.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-614" title="Ein Batavia-Salat (2)-130384" src="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/Ein-Batavia-Salat-2-130384-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p><em>Frisch gewaschener Batavia-Salat, noch mit Wasserzeichen.</em></p>
<p><strong>Heiko Nieder</strong>, ausgestattet mit 17 Gault-Millau-Punkten und 2 Michelin-Sternen, antwortet subito auf das Mail von Bruno: «Hi Bruno.» Dann nette Höflichkeitsfloskeln, der Mann zeigt Stil, und schliesslich, mit Überzeugung, «Das ist ein Endiviensalat. Wir kombinieren ihn mit Austern, Gorgonzola und gebratenem Steinbutt. Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.»</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/D3_121547.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-613" title="heiko nieder" src="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/D3_121547-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p><em>Heiko Nieder, fotografiert von <a href="http://www.mischascherrer.ch" target="_blank">Mischa Scherrer</a>.</em></p>
<p>Bruno denkt: Ja, super, jetzt hab ich Hunger und zwei verschiedene Angaben: Batavia- oder Endiviensalat. Also weder Eisberg- noch Krachsalat? Besser wissen geht anders. Bruno handelt. Er schreibt ein Rundmail an diverse Experten: Lieber XY, was für ein Salat ist das auf dem Bild? Und hängt das Bild von Zittas “Krachsalat“ an. Es antworten:</p>
<p><strong>Christian Frei</strong>, Mitinhaber Tibits (Zürich, Basel, London): «Bin nicht Koch, aber ich würde mal auf Batavia tippen. Mein Küchenteam meint, das könnte sein, es könnte aber auch ein Salanova sein oder eine alte Version vom Eisberg oder ein Freilandlattich&#8230; Scheint nicht so einfach zu sein, daher die Diskussion. <img src='http://www.storyline.ch/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Mal sehen, was unser Gemüsebauer meint.»</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/Armin-Amrein-kocht.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-612" title="Armin Amrein kocht" src="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/Armin-Amrein-kocht-229x300.jpg" alt="" width="229" height="300" /></a></p>
<p><em>Armin Amrein, Walserhof.      (zvg)</em></p>
<p><strong>Armin Amrein</strong>, Inhaber und Chefkoch im Relais &amp; Château Hotel Walserhof in Klosters, gekürt mit 17 GM-Punkten und 1 Michelin-Stern: «Es ist ein Batavia-Salat. Ich musste allerdings erst meinen Gemüsehändler fragen. Aber der ist auch nicht 100% sicher&#8230;»</p>
<p><strong>Gianni Segantini</strong>, Inhaber Segantini Catering und Restaurant Seidenspinner in Zürich; ausserdem ein Ur-Urenkel von Giovanni Segantini, dem Maler: «Huch, Sie sind mir ein Lustiger, ich bin doch kein Vegetarier&#8230; Wir meinten, es könnte ein Krachsalat sein. Wahrscheinlich von einem Privat-/Hobbygarten.»</p>
<p><strong>Peter Walliser</strong>, Präsident Schweizer Kochverband: «Meiner Meinung nach handelt es sich um eine Art Lattich, welche in Italien bekannt ist. Ich kann mich aber nicht auf einen Namen festlegen – vielleicht ein Lattuga Batavia????»</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/DSC2117-Kopie-2.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-611" title="_DSC2117 Kopie 2" src="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/DSC2117-Kopie-2-216x300.jpg" alt="" width="216" height="300" /></a></p>
<p><em>Christian Nickel, Spice.   (Bild: <a href="http://www.storyline.ch/person/">Nill</a>)</em></p>
<p><strong>Christian Nickel</strong>, junger Chefkoch Restaurant Spice im Hotel Rigiblick, Zürich und ausstaffiert mit 16- GM-Punkten und 1 Michelin-Stern: «Es könnte sein: Endivie glatt, Batavia, Romanasalat (eher nicht) oder Lattich. Ich glaube, es ist ein Batavia.»</p>
<p><strong>Seppi Kalberer</strong>, Inhaber/Chefkoch Restaurant Schlüssel in Mels, 17 GM-Punkte, 1 Michelin-Stern: «Meiner Meinung nach handelt es sich bei diesem Salat um die fein gekrauste Endivie. Die Grossmutter unserer Köchin pflanzt die selber an und sie behauptet, dass diese genau so ausschaue.»</p>
<p>Die Beiden Mövenpickler <strong>Lorenz Hug</strong> (Food&amp;Beverage-Manager im Hotel Zürich-Airport) und sein gesamt-europäischer Vorgesetzte <strong>Thomas Hollenstein</strong> (Director F&amp;B Europe) kommen zu unterschiedlichen Schlüssen. Während letzterer auf einen «taufrisch geernteten Endivien» tippt, glaubt Hug, es eher mit einem Lollo Verde zu tun zu haben, «oder mit einer Endivien-Art.» Sicherheitshalber schickt der F&amp;B-Manager seine Anfrage auch noch gleich an seinen Gemüsler – kein Geringerer als <strong>Marinello</strong>.</p>
<p>Und der räumt schliesslich auf mit allen Zweifeln und Mutmassungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 15px; font-weight: bold;">Die Lösung (und die Moral)</span></p>
<p><strong>Daniel Marinello</strong>, Inhaber der Marinello &amp; Co. AG: «Sieht mir nach einem jungen Krachsalat aus, eine lausige Abwandlung vom Eisberg. Die Schweizer Produzenten wollten vor vielen Jahren lieber diese Variante anbauen, da die Vegetationszeit viel kürzer gewesen wäre als beim Eisberg. Zum Glück konnte der Handel dies verhindern, denn die Blätter sind hart und zäh. Man findet diesen ab und zu im Frühjahr noch auf dem Markt, hat aber null Bedeutung.»</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein Krachsalat also. Facebook-Freundin Zitta lag richtig. Stand vermutlich auch auf der Packung mit den Samen drin. Bruno jedenfalls zieht geschlagen von dannen. Mit ein bisschen Trost (auch die Profis hatten ihre liebe Mühe) und einer neuen Erkenntnis im Gepäck: Sieh dich vor, mit wem du dich auf Facebook anlegst. Lege dich aber nie mit einer Hobbygärtnerin an. Und falls du es doch tust: Verlasse Facebook.</p>
<p>Zum Glück ist jetzt Google+ am Start. Dort soll es noch nicht so viele Hobbygärtnerinnen geben.</p>
<p><a href="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/Eisberg-killed_fb.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-610" title="Eisberg killed_fb" src="http://www.storyline.ch/wp-content/uploads/2011/07/Eisberg-killed_fb-271x300.jpg" alt="" width="271" height="300" /></a></p>
<p><em>Krachsalat killed the Eisberg-Star. (Bild: <a href="http://www.storyline.ch/person/">Nill</a>)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Lust auf ein Spielchen?</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 09:34:25 +0000</pubDate>
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		<title>Sprachliche Gewalt, Teil 1</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 16:10:42 +0000</pubDate>
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<p></script><strong>Achtung: Der folgende Text könnte Schmerzen verursachen!</strong></p>
<p><em>Von Christian Nill.</em></p>
<p>Ein beliebiges Zitat aus der Tagespresse geht so: «“Schweizer Fleisch  – alles andere ist Beilage“, so wirbt Proviande seit längerem  kategorisch – und deklassiert damit alles Vegetarische mit <em>roher Sprachgewalt </em>zum Nebenprodukt.» (Tages-Anzeiger, 6.2.2011)<span id="more-84"></span></p>
<p>Erlauben Sie die Frage: Ist in diesem Claim von Proviande irgendwo Gewalt auszumachen? Gar <em>rohe Gewalt</em>? Wird  da zum grausamen Töten von Unschuldslämmern aufgerufen? Werden  Menschen aufgehetzt, angestachelt, zum Äussersten getrieben?</p>
<p>Nein, nicht im geringsten. Der Journalist, der dies schrieb, gefiel  sich vielleicht einfach in seiner Rolle als Richter und Lenker. Diese  Selbststilisierung zum ethisch korrekt handelnden Zeitgeist-Apologeten  ist heute leider zu einem wild um sich greifenden Phänomen geworden. Sie  kennen die Auswirkung: Wenn Politiker nicht mögen, was der Gegner sagt,  dann verurteilt man heute den «schlechten Stil», «mangelnden Anstand»  oder die «demütigenden, diskriminierenden Äusserungen». Schnell ist von  Hetze die Rede, von Brandstiftertum und eben: verbaler Gewalt.</p>
<p>Was mich stört: Mit derartigen unbedachten Äusserungen wie eingangs  erwähnt, trägt man dazu bei, dass echte, wirkliche verbale Gewalt  nivelliert wird. Das ist, wie wenn man bei jedem mittleren Herbstwind  von einem Jahrhundertsturm spräche – es wertet den wahren Sachverhalt  ab.</p>
<p>Können Worte töten? Ich bezweifle es. Taten verletzen oder töten gar,  Worte können höchstens psychisch verletzen. Aber nicht physisch. Als  vor einiger Zeit der Schweizer Nationalrat Hans Fehr von  Linksextremisten zusammengeschlagen wurde, verknüpften  einige Radiomoderatoren diese Ungeheuerlichkeit mit der flapsigen  Bemerkung, Parteistratege Christoph Blocher habe an der Parteitagung im  Albisgüetli, zu der Fehr wollte, verbal um sich geschlagen und gegen  alles, was ihm nicht passe, ausgeteilt.</p>
<p>Damit wurde implizit folgendes gesagt: «Der eine schlägt mit Worten  um sich, die andern schlagen physisch zu – wo ist der Unterschied?». Das  perfide an solchen Behauptungen ist, dass sie meistens unwidersprochen  bleiben. Im Radio wellen sie schnell durch den Äther und sind schon  wieder weg, in den Zeitungen hat man sich schon fast an diese  permanenten Übertreibungen (sogenannte Zuspitzung) gewöhnt. Aber solche  Aussagen schaffen ein Terrain, das letztendlich physische Gewalt  verharmlost.</p>
<p>Und physische Tätlichkeiten sind alles andere als bloss Beilage – da  gehts tatsächlich um rohe Gewalt. Achten wir darauf, dass wir diesen  Unterschied auch verbal entsprechend verantwortungsbewusst zur Geltung  bringen.</p>
<p><em>To be continued&#8230;</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<title>Eine ParteipräsidentInnen</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 17:38:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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<p></script><strong>Oder das Phänomen der kastrierten Sprache.</strong><em></em></p>
<p><em>Von Christian Nill.</em></p>
<p>Vor  einiger Zeit gabs im Zürcher Tages-Anzeiger (eine Schweizer  Tageszeitung) ein ganzseitiges Inserat zu sehen, in welchem zu einer  Podiumsdiskussion geladen wurde. Es nahmen teil: Vier männliche  Parteipräsidenten und eine Präsidentin. Überschrift des grossformatigen  Inserates:</p>
<p>«Einladung zur Podiumsdiskussion mit den ParteipräsidentInnen».<span id="more-82"></span></p>
<p>Darauf  schrieb ich dem Herrn Chefredaktor ein höfliches Mail, in welchem ich  nachfragte, ob denn eine Parteipräsidentin als solche schon genüge, um  gleich im Plural angesprochen zu werden.<em></em></p>
<p><em>«Grüezi Herr Chefredaktor des Tages-Anzeigers</em></p>
<p><em>Als leitender Redaktor einer der wichtigsten Tageszeitungen der  Schweiz haben Sie einen verantwortungsvollen Job. Hut ab! Deshalb richte  ich dieses kurze Feedback an Sie.<br />
Heute habe ich im Tagi das Inserat gelesen, welches zur letzten <em>Podiumsdiskussion mit den </em><em>«</em><em>ParteipräsidentInnen</em><em>»</em><em> einlädt.</em><br />
Entschuldigung:  Ich habe nur eine Dame entdeckt, nämlich Ruth Genner. Die übrigen drei  Präsidenten sind ehrenvolle Exemplare der männlichen Politiker-Gattung.<br />
Laut  Pluralregelung, welche ich Ihnen zuletzt erläutern muss, sind für  die Anwendung des Plurals jedoch im Minimum zwei der gleichen  Gattung notwendig. Also mindestens zwei weibliche  Parteivorsteherinnen. Denn die Frage, welcher der übrigen (männlichen)  Präsidenten allenfalls auch noch dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen  wäre, lasse ich lieber bleiben, da hochpolitisch&#8230;</em></p>
<p><em>Ich  halte die Verwendung des gross gesetzten &#8220;-Innen&#8221; (z.B. die  SoldatInnen; die KundInnen oder die KrankenschwesterInnen) an Wortenden  für heikel:</em></p>
<p><em>1)  Es ist wie im eingangs erwähnten Beispiel ungenau (und oft schlicht  unkorrekt und zeugt daher eher von dem bemühten Versuch, die Realität  umschreiben zu wollen);</em><em></em></p>
<p><em>2)  es kann auch als eine Art Kastration der allgemeinen Endung  (fälschlicherweise seit neuerem immer als ausschliesslich männlich  gewerteten Endung) verstanden werden;</em><em></em></p>
<p><em>3) es führt zur langsamen Beseitigung des Dativs (was nach dem <em>Tod  des Genitivs sehr bedauerlich wäre. Wir erinnern uns: «Der Dativ ist  dem Genitiv sein Tod (und der Feminismus ist dem Dativ seiner.»)). Bsp:  Die Aufmerksamkeit gilt den PolitikerInnen (anstatt: den Politiker</em><span style="text-decoration: underline;"><em>n</em></span><em> und Politikerinnen).</em></em></p>
<p><em>Sie,  Herr Chefredakktor, haben Einfluss. Und die Sprache ist auf Menschen  angewiesen, welche ihr Erbe mit Verantwortung weiterpflegen.</em></p>
<p><em>Vielen Dank für Ihre werte Aufmerksamkeit und freundliche Grüsse</em><em></em></p>
<p><em>Ch. N.»</em><strong></strong></p>
<p><strong>Die Antwort des Chefredaktors</strong></p>
<p>Kurz  darauf schrieb der heutige Chefredaktor des Tages-Anzeigers zurück. Ein  Mann, der immerhin für die WOZ (eine Wochenzeitung), das politische  Kampfblatt sämtlicher –Innen, geschrieben hat. Und er zeigte sich  einsichtig. Aber lesen Sie selbst:<em></em></p>
<p><em>Von: </em><span style="text-decoration: underline;"><em>andreas.strehle@tagi&#8230;.</em></span><em></em></p>
<p><em>Datum: 16.10., 11:46</em><em></em></p>
<p><em>An: &lt;</em><span style="text-decoration: underline;"><em>christian@storyline.ch</em></span><em>&gt;</em><em></em></p>
<p><em>Betreff: ParteipräsidentInnen</em><em></em></p>
<p><em>Sehr geehrter Herr Nill,</em><em></em></p>
<p><em>Vielen Dank für Ihre kritische Zuschrift zum Begriff der</em></p>
<p><em>&#8220;ParteipräsidentInnen&#8221;.</em></p>
<p><em>Nach Lektüre Ihrer Argumente kann ich mir die Antwort einfach machen: Sie haben Recht. Ich werde bei unserem Verlag vorstellig werden und mich dafür einsetzen, dass der Begriff so nicht mehr verwendet wird. Redaktionell verwenden wir ihn ohnehin nicht.</em></p>
<p><em>Ich freue mich, dass wir so kritische Leser haben und grüsse Sie herzlich,</em></p>
<p><em>Res Strehle<br />
Andreas Strehle<br />
stv. Chefredaktor</em></p>
<p><em>Tages-Anzeiger<br />
Werdstrasse &#8230;<br />
Zürich<br />
Tel. +41 (44) 248 &#8230;<br />
Fax + 41 (44) 248 &#8230;<br />
andreas.strehle@tagi&#8230;</em><span style="text-decoration: underline;"><em><a href="http://www.tamedia.ch/"><em><br />
www.tamedia.ch</em></a></em></span></p>
<p>Dieses Thema wird fortgesetzt&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Kinderwassermaterialvermietung!</title>
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		<comments>http://www.storyline.ch/2009/05/%e2%80%9ckinderwassermaterialvermietung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 May 2009 16:19:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[babelfish]]></category>
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		<category><![CDATA[sprachverwirrung]]></category>
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<p></script><br />
<h2>– Da staunen Sie die Aussicht!&#8221;</h2>
<h3>Das Problem mit den Online-Übersetzungsmaschinen.</h3>
<p><em>Von Christian Nill</em>.</p>
<p>Es gibt einen Grund, warum es bis heute keinen berühmten Computer  gibt, welcher als Schriftsteller erfolgreich ist: Computer können  bekanntlich nicht denken. Da bildet der Supercomputer HAL aus Stanley  Kubricks „2001: A Space Odyssey lediglich die fiktive Ausnahme. (Wussten  Sie übrigens, was aus dem Wort HAL wird, wenn man die Buchstaben H, A  und L im Alphabet um einn Buchstaben nach rechts rückt? IBM. Würde Kubrick  sein visionäres Meisterwerk heute drehen, würde sein Supercomputer  vermutlich <em>FNNFKD</em> heissen.)<span id="more-80"></span></p>
<p>Also:  Computer können nicht denken. Wie sonst könnte ein  Online-Übersetzungsdienst ein Wort kreieren, das  „Kinderwassermaterialvermietung“ heisst? Zum <em>Taggen</em> ist diese Monsterwortkreation allerdings genial: Google spuckt gerade  mal ein Resultat aus, wenn man tatsächlich einmal nach  „Kinderwassermaterialvermietung“ suchen sollte. Mit diesem Blog sollten  es nun zwei Resultate sein. Was zwei Dinge beweist:</p>
<p>1. Mit Blogs kann man seine Homepage um 100% suchmaschinenoptimieren – problemlos und in kürzester Zeit!</p>
<p>2. Automatisierte Onlineübersetzungen taugen nichts.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das ist nicht neu, aber lustig, wenn mans mit einem Text zu tun bekommt, den ich in meinem Junkmail-Ordner fand:</p>
<p><em><em>&#8220;Ans Strand : Sonne und Erholung gut</em></em></p>
<p><em>Prato Plage ist das einzigste Hotel der Region mit ein Privatsee und seinem Strand.</em></p>
<p><em>Vollartige Aktivitäten stehen Ihnen zur Verfügung : Kinderwassermaterialvermietung oder Schwimmbadeunterrichte.</em></p>
<p><em>Zwischen  zwei Bäder haben die Möglichkeit, Sie mit Getränken, Eis, Eierkuchen  erholen zu lassen, indem Sie die unverbaubare Aussicht nach Mont Ventoux  staunen.</em></p>
<p><em>Das beausichtiges Bad mit einer kontrollierten Wasserqualität&#8230;.Alles ist hier für Ihre Sicherheit und Gesundheit gemacht!</em></p>
<p><em>privater Parkplatz nahe bei See erlaubt Ihnen auf dem Strand direkt zu sein</em><em>.&#8221;</em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Es  handelt sich um ein südfranzösisches Ferienressort (bei Pernes les  Fontaines, Provence), welches ansonsten charmant daherkam. Fragen Sie  mich aber bitte nicht, was mit &#8220;Vollartige Aktivitäten&#8221; gemeint ist.  Unter artigen Aktivitäten im Zusammenhang mit Kindern kann ich mir noch  etwas vorstellen. Was sind dann aber <em>vollartige</em> Aktivitäten?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Für solche Fragen gibts seit kurzem eine Internetseite, die sich als „Antwortmaschine“ propagiert: <em>WolframAlpha</em> (<a href="http://www.wolframalpha.com/">www.wolframalpha.com</a>).  Dazu heisst es, dass bei Anfragen konkrete Informationen zu einem Thema  berechnet werden. Und angriffig gehts in einer Pressemeldung weiter:  „Die wahllose Suche etwa nach Unterhaltungs-Content im Web bleibt  Google&#8221;, (ein Forschungssuchgerät), &#8220;und Co. vorbehalten. WolframAlpha,  das zunächst nur in englischer Sprache gestartet ist, dürfte also eher  Wikipedia Konkurrenz machen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auf  meine Frage an WolframAlpha, was denn unter  „Kinderwassermaterialvermietung zu verstehen sei, antwortete mir der  denkende Computer von WolframAlpha auf Englisch: „<em>WolframAlpha isn&#8217;t sure what to do with your input.“</em></p>
<p>Aus  Frustration, dass denkende Computer die einfachsten Dinge nicht können,  drehte ich WolframAlphas Antwort ein paar Mal durch den  BabelFish-Fleischwolf. So lautetet denn der Schlusssatz dieses  babylonischen Sprachverwirrungs-Blogs wie folgt:</p>
<p>„<em>Wolframalpha ist nicht die Sure, was mit Ihrem Eingang zu tun.“</em></p>
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		<item>
		<title>Das, die oder der Blog?</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 14:54:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Nill</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[blog]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[duden]]></category>
		<category><![CDATA[genus]]></category>
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<p></script><br />
<h2><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;">Laut Duden ist sowohl &#8220;der&#8221; wie &#8220;das&#8221; Blog möglich. &#8220;Der Blog&#8221; macht aber mehr Sinn und klingt sprachlich auch noch zupackender: Handelt es sich doch um einen Eintrag in ein elektronisches Internettagebuch (Web-Log = Blog). Und Eintrag ist in der deutschen Sprache maskulin – also kann man das auch auf den Anglizismus Blog übertragen: Der Blog.</span></h2>
<p><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;"><br />
</span></p>
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		<title>Bloggen oder nicht Bloggen</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 13:50:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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<p></script>An dieser  Stelle werden neugierige Leser, sowohl weiblicher wie männlicher Natur,  in loser Folge Interessantes rund um das Thema Sprache entdecken können:  Fragwürdige Begriffe, sonderbare Stilblüten und andere sprachliche  Kuriositäten aus der Welt der Kommunikation.</p>
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